Und wieder sehen sie nur, was sie sehen wollen

Zum zweiten Mal haben Earthlink und Webroot ihren „Spyaudit Report“ publiziert. Anfang April 2004 veröffentlichten die Unternehmen bereits eine Studie, die zu dem zweifelhaften Ergebnis kam, jeder ans Internet angeschlossene Rechner sei mit 28 Spyware-Programmen verseucht. Die Presse nahm den Brocken nur zu bereitwillig auf und schürte das Feuer. Dabei handelte es sich bei den meisten Gefahren, die durch ein kleines Tool aufgedeckt worden sein sollen, um Tracking-Cookies, die weder ausführbar sind, noch per se wirklich gefährlich sind.

Nun das gleiche wieder, neue Studie, neues Glück. Alle machen unreflektiert mit und treiben die Sau erneut durchs Dorf:

„Beim Scan von rund 421.000 Rechnern wurden insgesamt 11,3 Millionen Instanzen von Spyware-Programmen entdeckt, also durchschnittlich 26,9 pro Rechner.“ (ZDNet)

„… mehr als 18 Millionen Spyware-Installationen gefunden.“ (PC Professionell)

In Wahrheit sieht es aber so aus:

Spyaudit

32 Millionen der gefundenen 40 Millionen „Vorfälle“, also etwa 80 Prozent, sind die bestenfalls als penetrant und ärgerlich zu bezeichnenden Tracking-Cookies und weder (ausführbare) „Programme“, noch irgendwelche „Installationen“.

Nicht so beeindruckend, aber immer noch bedenklich ist, dass immerhin je mehr als 250.000 Systemmonitore und Trojaner gefunden wurden. Aber eine Infektionsrate von 17 Prozent klingt halt weit weniger spektakulär als „durchschnittlich 26,9 pro Rechner“.

BTW: Ad-Aware und Spybot machen kurzen Prozess mit den Keksen und der meisten Adware.

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