Gefährliche Jagd nach Verdächtigen

Der Tod des Brasilianers Jean Charles de Menedez vor mehreren Wochen Wochen in einer Londoner U-Bahn ist keine schöne Geschichte. Erst sickerte durch, dass Scotland Yard bei der Jagd nach möglichen Terroristen anscheinend gezielt auf den Kopf schießen darf. Nun kam heraus, dass die Vorgänge bei dem eigentlichen „Vorfall“ falsch dargestellt worden waren.

Ausgerechnet die im Vereinigten Königreich allgegenwärtigen Überwachungskameras bringen die Polizeit laut NZZ vom 19. August 2005 „in Erklärungsnot“:

„Polizisten hatten den 27-jährigen Menezes am 22. Juli mit sieben Kopfschüssen niedergestreckt. Der Polizeichef, Ian Blair, erklärte später, der Mann habe sich den Anweisungen der Polizei widersetzt und sich verdächtig verhalten. Überdies habe er Kleidung getragen, unter der Sprengstoff hätte versteckt sein können. Tatsächlich trug der Brasilianer aber eine einfache Jeanjacke und flüchtete auch nicht, wie Bilder von Überwachungskameras belegen.“

Der Fall wird von der erst im April 2004 gegründeten und leicht überfordert wirkenden Independent Police Complaints Commission (IPCC) untersucht. Zu den dringlichsten Aufgaben dieser Organisation scheint es zu gehören, ein Informationsleck zu stopfen.

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