0 Gedanken zu “Schäuble erklärt den Überwachungsstaat

  1. der film wirkt ja auf den ersten blick ganz erfrischend, hat aber bei näherem hinsehen relevante schwächen:
    1) der neue pass ist doch kein „symbolischer“ akt des überwachungsstaates, sondern sehr real, also gerade nicht bloß symbolisch;
    2) bloß warum tun der staat und der innenminister dies? bestimmt nicht deswegen, wie die untertitel an mehreren stellen suggerieren, weil sich schäuble persönlich darstellen will (geltungs- oder profilierungssucht), sondern weil er sich in höherem auftrag unterwegs sieht: der gute mann meint es ernst – und deswegen ist sein tun auch so gefährlich! -, weil er den bundesdeutschen staat in seiner gegebenen ordnung mitsamt all seiner wirtschafts-, gesellschafts- oder klassenordnung verteidigen will. gegen jeden äußeren, aber auch inneren angriff. und da sieht man als innenminister schon schnell mal rot. überwacht wird eben schon sehr lange alles, was auch nur potentiell gefährlich werden könnte für die bestehende ordnung. dazu braucht es nicht einmal den neuen pass. dazu gibt es seit ewigen zeiten polizei, bundespolizei (vormals bundesgrenzschutz), diverse geheim- und verfassungsschutzdienste. alles im übrigen äusserst effektiv: dieser staat hier ist berühmt wegen seiner stabilität.
    3) besonders blöd ist es, dem herrn schäuble gewinnsucht für die bundesdruckerei zu unterstellen. mag sein, daß die jetzt einen riesenauftrag an der hand hat, aber deswegen macht doch der staat die sache mit den neuen pässen nicht! dessen motive liegen rein auf politischem feld, und deswegen sind sie auch so umfassend und so gefährlich.

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