Neue Rescue-CD von Avira

Der Antiviren-Hersteller Avira hat gestern eine neue kostenlose Rescue-CD vorgestellt, auf der sich neben einem Linux-System zum Booten auch Antivir befindet. Damit kann man einen möglicherweise mit einem Virus oder einem Rootkit verseuchten PC booten und nach Schädlingen absuchen, ohne dass das eigentliche Betriebssystem läuft.

Der Download der Live-CD ist etwa 45 MByte groß und wird nur in Form einer EXE-Datei und nicht als ISO-Image, wie sonst üblich, angeboten. Der Vorteil ist, dass man kein separates Brennprogramm mehr braucht, um die Rescue-CD zu erstellen.

Der Nachteil ist, dass man ohne Windows gar keine CD erstellen kann. Immerhin lässt sich das ISO extrahieren, wenn man auf „Beenden“ klickt.

Nach dem Brennen kann man dann einen PC von der Scheibe booten.

Die Bedienung der Rescue-CD ist einfach. Zuerst wählt man die passende Tastaturschablone aus, dann lädt Linux einige Gerätetreiber und danach kann man schon im Menü auswählen, was man machen will.

Der vorgesehene Update-Prozess ist in meinen Augen etwas unglücklich. Die neue Recue-CD bietet keinen Online-Mechanismus, um neue Signaturen herunterzuladen. Man hat nur die Möglichkeit, auf der Avira-Seite entweder eine komplett neue CD zu downloaden oder ein kleineres Signatur-Update, das man auf der Festplatte des PCs ablegen und dann über das Menü nachladen kann. Das ganze Prozedere ist aber reichlich frickelig, so dass man wahrscheinlich wirklich am besten fährt, wenn man die komplette CD neu herunterlädt.

Warum Avira aber nicht trotzdem ein Online-Update als Option anbietet, verstehe ich nicht. In der Pressemitteilung zur Rescue-CD schreibt das Unternehmen:

Ein weiterer Vorteil: Die aktuelle Virendefinitionsdatei spürt gleichzeitig die aktuellsten Schädlinge auf. Während vergleichbare Notfallprogramme die Updates nach dem Neustart erst einmal downloaden müssen, spielt die Internetverbindung bei der Avira AntiVir Rescue-CD keine Rolle. Damit ist die Rettung des Rechners selbst dann gewährleistet, wenn die Netzwerkkarte oder sonstige Online-Mechanismen nicht funktionieren.

So kann man sich eine unsinnige Entscheidung auch schönreden. In vielen Fällen wäre ein alternatives Online-Update erheblich praktischer. Herunterladen muss man ja so oder so etwas. Dann lieber direkt im Live-System. Das erspart einem zumindest den Zweit-PC, den man sonst für das Brennen der Scheibe bräuchte (bzw. das erwähnte Menü-Gefrickel).

Trotz dieser Einschränkungen beim Update ist die Rescue-CD praktisch, wenn man einen Schädling auf dem PC vermutet und vermeiden will, dass dieser sich aktiviert und gegen Virenscanner schützt, wie Rootkits es beispielsweise tun.

Download der Rescue-CD.

0 Gedanken zu “Neue Rescue-CD von Avira

  1. Ja, kann es. Wir haben vorhin den XP-Rechner eines Arbeitskollegen damit gesäubert. Es löscht keine Daten, sondern benennt sie um, indem es die zusätzliche Endung .xxx dranhängt.

  2. Ich habe mit eine RescueCD erstellt und auf einem verseuchten PC laufen lassen. Ich komme nur mit der Bedienung nicht ganz klar (ich weiß klingt unglaublich). Aus irgendeinem Grund bekomme ich die verschiedenen Menüpunkte nicht aktiviert. Zur Zeit werden Funde nur protokolliert (voreingestellt). Mit welcher Taste kann ich die remove-Option aktivieren???

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