Toshiba NB100: Erste Eindrücke

Bei den Kollegen ist das erst vor kurzem erschienene NB100 von Toshiba meist nicht gut weg gekommen. Teils kann ich die Kritik nachvollziehen, teils halte ich sie für überzogen, teils trifft sie nicht mehr zu. So hat Toshiba mittlerweile die Notbremse gezogen und die anfangs wirklich deutlich überhöhten Preise massiv reduziert.

Das Toshiba NB100-11R mit 8,9-Zoll-Display, N270-Atom-Prozessor und der üblichen Taktung von 1,6 GHz, 512 MByte Arbeitsspeicher, 80 GByte Festplatte und „Ubuntu Netbook Remix“ als Betriebbsystem kostet jetzt nur noch 249 Euro (vorheriger empfohlener Verkaufspreis: 399 Euro).

Die Windows-Variante mit Windows XP Home, 1 GByte RAM und 120 GByte großer Festplatte kostet dagegen immer noch ein ganzes Stück mehr, scheint aber momentan nur schwer verfügbar zu sein. Auch das NB100-11R steht nun bei Amazon mit einer Lieferzeit von ein bis drei Wochen. In den letzten Tagen seit der Preissenkung dürften da doch einige Interessenten schnell zugeschlagen haben.

Nun aber zu meinen ersten Eindrücken. Der Akku ragt hinten etwas aus dem Gehäuse, was eigentlich praktisch ist, da man das Gerät so gut in der Hand halten kann. Leider sitzt er nicht perfekt und wackelt ganz leicht, wenn man das NB100 hochhebt. Ich habe bereits versucht, seinen Sitz mit einem gefalteten Papier zu verbessern, habe aber noch nicht die optimale Stelle beziehungsweise Stärke gefunden.

Der zweite Punkt, der mir relativ schnell aufgefallen ist: Die auf der Tastatur aufgedruckten Buchstaben sind bei schlechten Lichtverhältnissen nur schwer zu erkennen. Man kann für so eine kleine Tastatur eigentlich recht gut tippen, aber man muss schon genau hingucken, wenn man sich nicht ganz sicher ist, wo gerade der gewünschte Buchstabe ist. Das ist momentan der Punkt an dem Gerät, der mich bei weitem am meisten stört. Wie man bei Toshiba bei so einem essenziellen und leicht vermeidbaren Aspekt schlampen konnte, ist mir unverständlich.

Beim ersten Booten soll man eine Lizenzbestimmung von Google annehmen, ohne das erläutert wird, wozu diese dienen soll. Später habe ich dann herausgefunden, dass es mal wieder um die Google-Toolbar ging, die im installierten Firefox eingefügt gewesen wäre. Im Vergleich zu Käufern von Windows-Notebooks haben Linux-Nutzer aber mit weniger unerwünschten (Werbe-)Software-Beilagen zu kämpfen. Das ist angenehm.

„Ubuntu Netbook Remix“ macht einen guten Eindruck. Es ist leicht zu bedienen und bietet bereits mit der für das NB100 angepassten Oberfläche mehr Möglichkeiten als beispielsweise die Linuxe auf den Eee-PCs und Acer Aspire Ones. Außerdem lässt es sich ohne überflüssige Tricksereien auf die Standard-Gnome-Oberfläche von Ubuntu umschalten.

Die Einbindung ins WLAN klappt sehr gut. Einfach oben rechts auf das WLAN-Symbol klicken, richtiges Funknetz auswählen, Schlüssel eingeben und fertig. Nicht recht überzeugt bin ich vom vorinstallierten Mail-Client Evolution, der sich zumindest auf den ersten Eindruck nur schlecht an die beengten Platzverhältnisse auf dem ja nur 1024 x 600 Pixel großen Bildschirm anpassen lässt.

Soviel nun zu meinen ersten, eigentlich unterm Strich recht positiven Eindrücken. Getippt habe ich diesen Text allerdings weiterhin auf dem großen Notebook. Ich bin ja kein Masochist. Kaufgründe für so ein Gerät sind der niedrige Preis und die hohe Mobilität, nicht, dass es sich um einen vollwertigen PC-Ersatz handeln könnte.

0 Gedanken zu “Toshiba NB100: Erste Eindrücke

  1. Hi Andi,
    ich konnte mich auch nicht entscheiden: Kleines Netbook für „on the go“ (Toshiba) oder ein etwas fetteres Teil mit 10″ und Notebook-ähnlicher Tastatur (Samsung) als mein neuer Dauerbegleiter.

    Ich habe mich für das Samsung entschieden.
    Habe das Gerät jetzt seit 10 Tagen und bin wirklich absolut happy, siehe hier:
    http://goseven.blogspot.com/2008/12/erste-erfahrungen-mit-dem-samsung-nc10.html

    Zu deinem Problem mit dem Wackelakku: Das gleiche tritt so auch beim Lenovo S10e auf, es gibt eine recht banale Lösung: Den „Akku PapierMod“ (einfach mal nach googlen).

    Gruss

  2. Den „Akku PapierMod“ habe ich gefunden, vielen Dank für den guten Tipp. Leider sieht der Akku-Anschluss beim NB100 anders aus als beim S10. Da muss ich noch ein bißchen rumprobieren, bis das nicht mehr wackelt.

    10-Zoll-Modell hatte ich mir auch überlegt, mich aber dann bewusst für die kleinere Variante entschieden, die ich wirklich vor allem „on the go“ (und als Linux-Spielwiese) benutzen will. Im Prinzip wie einen besseren PDA. Zum Viel-Tippen ist das aber eher nix.

    Deinen Hinweis auf ein weißes Mini-Notebook mit weißer Tastatur und schwarzen Buchstaben würde ich jetzt im Nachhinein gerne befolgen. Es gibt mit dem NB100-10X theoretisch auch so ein Modell von Toshiba. Praktisch führt es Amazon leider nicht.

  3. Hallo,

    habe auch seit heute das Toshi und folgende Frage: Habs gebraucht gekauft und Liunx kommt bis zum Login. Dort ist oben über dem Login der tty1 aufgeführt, hat der ein Standard PW? oder wie komme ich ins system?
    Ich finde nichts…..

    Danke & Gruss,
    Dirk

  4. Beim Einrichten des Systems muss man einen Benutzernamen und ein Passwort festlegen. Ohne diese Daten kommt man danach nicht mehr rein, höchstens noch mit einer kompletten Neuinstallation des Betriebssystems. Eine Recovery-CD müsste jedenfalls beiliegen. Ansonsten kann leider nur der Verkäufer weiterhelfen.

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