Virtuelle Test-PCs (Teil 1/5): Windows besorgen

Statt der gewohnten ISO-Downloads bietet Microsoft seit kurzem nur noch ein sogenanntes "Software Recovery" für Windows 7 an.

Statt der gewohnten ISO-Downloads bietet Microsoft jetzt nur noch ein sogenanntes „Software Recovery“ für Windows 7 an.

In den vergangenen Jahren war es kinderleicht, einen virtuellen Windows-PC zum Testen von möglicherweise gefährlicher Software aufzusetzen. Man konnte sich beim Microsoft-Partner Digital River ISO-Dateien mit Testversionen von Windows 7 herunterladen und dann in seinem virtuellen PC installieren. Das funktioniert nun nicht mehr. Microsoft hat die Downloads entfernt und eine eigene neue Webseite aufgesetzt, die aber nicht jeder benutzen darf. Mehr dazu weiter unten.

In dieser kleinen Serie beschreibe ich Schritt für Schritt, wie man sich trotzdem einen virtuellen Test-PC einrichtet – und zwar entweder mit Windows 7 oder mit Windows 8.1.

Teil 1: Das Betriebssystem für den Test-PC besorgen

Es gibt vier Möglichkeiten, wie man sich das Betriebssystem für seinen virtuellen Test-PC besorgen kann.

Möglichkeit 1: Die einfachste Methode ist, wenn man rechtzeitig vor dem Abschalten der Digital-River-Downloads eine ISO-Datei mit Windows 7 heruntergeladen hat. Man erkennt sie an ihrer Größe von mehreren GByte und ihren kryptischen Namen. Zum Beispiel verbirgt sich hinter „X17-24289.iso“ die ISO-Datei mit alle Installationsdateien für Windows 7 Professional inklusive Service Pack 1 in 64 Bit. Die Datei „X15-65741.iso“ enthält Windows 7 Home Premium in ebenfalls 64 Bit.

Wer also früher eine oder mehrere der ISO-Dateien mit Windows 7 heruntergeladen hat, sollte sie hüten wie einen Schatz. Man bekommt sie bei Microsoft nur noch, wenn man eine Windows-7-Lizenz separat von seinem PC erworben und selbst installiert hat.

Die große Masse der Käufer von Komplett-PCs steht damit im Regen. Ihre Schlüssel werden auf der neuen Webseite nicht akzeptiert. Microsoft möchte, dass sie sich an die Hersteller ihrer Rechner wenden.

Wer seine Windows-Lizenz nicht separat erworben hat, bekommt keine Windows-7-ISO mehr.

Wer seine Windows-Lizenz nicht separat erworben hat, bekommt keine Windows-7-ISO mehr.

Möglichkeit 2: Für eine Handvoll Kunden bietet Microsoft die kompletten Installationsdateien von Windows 7 immer noch im ISO-Format an. Eine ISO-Datei ist ein identisches Abbild einer DVD. Deswegen kann man die heruntergeladene ISO-Datei entweder als neue Setup-DVD brennen oder (wie wir es beabsichtigen) direkt in einem Virtualisierungsprogramm einbinden, um dann damit Windows in einem virtuellen PC zu installieren.

Wie bereits erwähnt, war es bis vor kurzem noch möglich, die ISO-Dateien beim Microsoft-Partner Digital River direkt herunterzuladen. Das geht nun nicht mehr. Microsoft hat diese praktischen Downloads abgeschaltet. Stattdessen gibt es die neue Webseite „Microsoft Software Recovery“.

Dort kann man die ISOs bekommen, muss vorher aber einen gültigen Windows-7-Schlüssel vorweisen. Anwender, die einen PC mit vorinstalliertem Windows besitzen, können den in ihrem System aktivierten Schlüssel nicht verwenden. Hierbei handelt es sich in der Regel um eine Volumenlizenz, die der PC-Hersteller erworben und verwendet hat. Auch der Schlüssel auf dem Aufkleber auf der Rückseite des PCs oder Notebooks wird meiner Erfahrung nach nicht akzeptiert. Nur ein Schlüssel einer separat im Laden erworbenen Windows-7-Lizenz kann für den Download der ISO-Datei eingesetzt werden.

Bei Windows 8 und 8.1 bietet Microsoft immer noch ISO-Dateien zum Download an. Dazu benötigt man das Media Creation Tool.

Bei Windows 8 und 8.1 bietet Microsoft immer noch ISO-Dateien zum Download an. Dazu benötigt man das Media Creation Tool.

Möglichkeit 3: Wer nicht an akuter Windows-8-Phobie leidet, der hat noch die Möglichkeit, eine ISO-Datei mit einer Testversion von Windows 8.1 direkt bei Microsoft herunterzuladen. Und zwar völlig ohne erzwungene Eingabe eines Retail-Keys.

Man muss nur zunächst ein kleines „Media Creation Tool“ herunterladen, starten und kann dann darin die gewünschte Version markieren. Im zweiten Dialog wählt man als Zielmedium „ISO-Datei“ aus. Anschließend startet der Download.

Möglichkeit 4: Wer eine Original-DVD mit Windows 7 besitzt, kann natürlich auch diese für seinen virtuellen Test-PC verwenden. In diesem Fall funktioniert es auch komplett ohne Umweg über eine ISO-Datei. Wobei ich letztere immer vorziehen würde. Das Hantieren mit DVDs vermeide ich mittlerweile, wann immer es geht.

Noch ein Hinweis: Für Microsoft ist auch ein virtueller PC ein vollwertiger PC. Das heißt, dass man eine Windows-Lizenz darin nur verwenden darf, wenn man sie nirgendwo anders bereits einsetzt. Die hier beschriebenen Testversionen dürfen aber in der Regel 30 Tage lang genutzt werden. Danach muss man das System wie bei einem echten PC mit einer Original-Lizenz aktivieren oder es wegwerfen.

Das war Teil 1 der Serie „Virtuelle Test-PCs“. Im zweiten Teil beschreibe ich, wie man eine ISO-Datei mit Windows 7 so bearbeitet, dass man damit jede Version des Betriebssystems installieren kann.

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