Virtuelle Test-PCs (Teil 2/5): Windows-ISO bearbeiten

Im ersten Teil der Serie habe ich beschrieben, welche Möglichkeiten es gibt, sich kostenlos eine ISO-Datei mit Windows zu besorgen. Diese ISO-Dateien sind allerdings jeweils nur auf eine einzige Version von Windows beschränkt, also zum Beispiel entweder auf Windows 7 Home Premium, auf Windows 7 Professional oder Windows 7 Ultimate.

Mit etwa Winrar lässt sich die ISO-Datei mit Windows 7 leicht entpacken.

Mit etwa Winrar lässt sich die ISO-Datei mit Windows 7 leicht entpacken.

Wer mehrere virtuelle Test-PCs mit unterschiedlichen Windows-Versionen installieren will, benötigt also eigentlich mehrere der ISO-Dateien.

Es gibt aber einen einfachen Trick, mit dem man sich eine persönliche ISO-Datei erstellt, mit der sich alle Windows-7-Varianten installieren lassen. Nur die 32- und 64-Bit-Versionen lassen sich mit diesem Trick nicht zusammenfassen.

Neben der ISO-Datei werden noch ein Entpacker wie etwa Winrar und das Brennprogramm Imgburn benötigt.

Teil 2: Multiboot-ISO erstellen

Zunächst muss der komplette Inhalt der ISO-Datei ausgepackt werden. Wenn ISO-Dateien auf Ihrem PC mit zum Beispiel Winrar verknüpft sind, genügt dazu ein Doppelklick. Als Zielordner verwende ich „C:\ISO“.

Die mit der Maus markierte Zeile muss aus der "ei.cfg" entfernt werden.

Die mit der Maus markierte Zeile muss aus der „ei.cfg“ entfernt werden.

Windows 7: Öffnen Sie nun einen Editor und navigieren Sie in den Ordner „C:\ISO\sources“. Öffnen Sie dort die Datei „ei.cfg“ und entfernen Sie die Zeile unter „[EditionID]“.

In dem nebenstehenden Bild habe ich den Inhalt mit der Maus markiert, der gelöscht werden muss. Speichern Sie die Änderung.

Windows 8/8.1: Bei diesem Betriebssystem gibt es zunächst keine „ei.cfg“, weil Microsoft hier den Windows-Schlüssel dazu verwendet, um festzulegen, welche Variante installiert werden darf.

Die „ei.cfg“ muss also mit einem Editor neu erstellt werden und bekommt dann den folgenden Inhalt:

[EditionID]

[Channel]
Retail
[VL]
0

Speichern Sie die neue Datei im Ordner „C:\ISO\sources“.

Neue ISO erstellen: Wer das extrem praktische UltraISO besitzt, kann sich den folgenden Schritt sparen und die Änderungen einfach damit vornehmen. Alle anderen verwenden am besten Imgburn, um die neue ISO-Datei zu erstellen.

Die Konfiguration von Imgburn ist umständlich, wird aber benötigt, um die neue ISO-Datei zu erstellen.

Die Konfiguration von Imgburn ist umständlich, wird aber benötigt, um die neue ISO-Datei zu erstellen.

In Imgburn geht’s zunächst über „Imagedatei aus Dateien/Ordnern erstellen“ zum Zusammenstellungsfenster. Hier jetzt bitte einfach den kompletten Inhalt von „C:\ISO“ mit der Maus in das große Feld unter „Quelle“ ziehen. Unter „Ziel“ bitte einen Speicherpfad und Namen für die neue ISO-Datei eingeben, also zum Beispiel „C:\ISO\Windows.iso“.

Dann rechts „Optionen“ auswählen und bei „Datentyp“ den Eintrag „MODE1/2048“, bei „Dateisystem“ „UDF“ und bei „UDF-Revision“ „1.02“. Darunter anzuhaken sind „Rekursiv in Unterverzeichnisse“, „Versteckte Dateien berücksichtigen“ und „Systemdateien berücksichtigen“.

Nun weiter zu „Erweitert, Startfähige Disc“ und bitte ein Häkchen vor „Image startfähig machen“ setzen. Bei „Boot Image“ muss der Bootloader von Windows ausgewählt werden, er hat den Namen „etfsboot.com“ und liegt im Ordner „C:\ISO\boot“. Der Wert hinter „Zu ladende Sektoren“ muss „8“ betragen.

Das war’s. Ein Klick auf „Erstellen“ und das Bestätigen der zwei aufploppenden Infofenster macht nun genau das und speichert die neue ISO-Datei am angegebenen Ort. Falls es ein Problem gab und die ISO-Datei etwa nicht booten will, dann bitte nochmal alle diese etwas umständlichen Einstellungen in Imgburn überprüfen und es neu versuchen. Das Programm ist leider nicht besonders anwenderfreundlich.

Das war der zweite Teil unserer Serie zu virtuellen Test-PCs. Im dritten Teil zeige ich, wie man das Virtualisierungsprogramm und darin den Test-PC installiert. Die weiteren Teile werden sich dann mit Optimierungen beschäftigen.

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