Virtuelle Test-PCs (Teil 3/5): VM aufsetzen und Windows installieren

Ein virtueller Test-PC ist das ideale Vehikel, um weitgehend gefahrlos ein neues Tool oder zum Beispiel einen Registry-Trick auszuprobieren, ohne dabei gleich das Hauptsystem zu gefährden.

In einer fünfteiligen Serie beschreibe ich Schritt für Schritt, wie man einen virtuellen Test-PC einrichtet. Im ersten Teil habe ich gezeigt, wo man kostenlos ISO-Dateien mit Windows 7 oder 8.1 herunterladen kann. Im zweiten Teil habe ich erklärt, wie man aus einer dieser ISOs eine multiboot-fähige ISO erstellt, die zum Beispiel alle Windows-7-Varianten installiert.

Nun geht es um den wichtigsten Teil: Welchen Virtualisierer man am besten verwendet, wie man den Test-PC konfiguriert und wie man das Betriebssystem installiert.

Teil 3: VM aufsetzen und Windows installieren

Virtual Box ist das beste kostenlose Virtualisierungsprogramm.

Virtual Box ist das beste kostenlose Virtualisierungsprogramm.

VM ist die Abkürzung für Virtuelle Maschine und steht für einen virtuellen PC, der komplett in einem Fenster läuft. Dazu benötigt man ein Virtualisierungsprogramm wie das kostenlose Virtual Box. Dieses Programm wurde in den vergangenen Jahren immer besser.

Ich würde es deswegen auch jederzeit dem Vmware Player vorziehen. Dessen wichtigster Vorteil – das größere Angebot an fertigen virtuellen PCs zum Download aus dem Internet – hat keine große Bedeutung mehr, weil Virtual Box dieses fertigen VMs mittlerweile problemlos importiert.

Eine weitere nette Funktion des Vmware Players ist jedoch der Setup-Assistent, der die Installation einiger ausgewählter Betriebssysteme wie Windows und Ubuntu deutlich beschleunigt. Das ist wirklich gut.

Virtual Box installieren

Laden Sie Virtual Box herunter und beenden Sie danach alle größeren Downloads. Das Setup-Programm unterbricht nämlich kurz die Netzwerkverbindung, um unter anderem eine virtuelle Netzwerkkarte Box einzurichten.

Klicken Sie doppelt auf die Setup-Datei (zum Beispiel „VirtualBox-4.3.24-98716-Win.exe“), um die Installation zu starten. Klicken Sie drei Mal auf „Next“ und dann auf „Yes, Install“, um Virtual Box auf Ihrem PC zu installieren. Während des Setups öffnen sich mehrmals Fenster mit der Frage „Möchten Sie diese Gerätesoftware installieren?“. Dabei handelt es sich um die Netzwerktreiber, die Virtual Box benötigt. Bestätigen Sie die Fragen jeweils mit einem Klick auf die Schaltfläche „Installieren“.

Während des Setups von Virtual Box wird die Netzwerkverbindung mehrfach unterbrochen, um unter anderem diesen Treiber zu installieren.

Während des Setups von Virtual Box wird die Netzwerkverbindung mehrfach unterbrochen, um unter anderem diesen Treiber zu installieren.

Test-PC erstellen

Erstellen Sie nun Ihren virtuellen Test-PC. Dabei legen Sie unter anderem fest, wie viel virtuellen Arbeitsspeicher er bekommen und wie groß seine virtuelle Festplatte sein soll.

Der Regler für das virtuelle RAM muss sich im grünen Bereich befinden.

Der Regler für das virtuelle RAM muss sich im grünen Bereich befinden.

Starten Sie zunächst das Virtualisierungsprogramm und klicken Sie auf „Neu“. Ein Fenster mit dem Assistenten für neue virtuelle PCs öffnet sich. Geben Sie ins Feld „Name“ eine Bezeichnung für Ihren virtuellen PC ein, zum Beispiel „Test-PC“. Wählen Sie dann darunter bei „Typ“ und „Version“ das Betriebssystem aus, das Sie installieren wollen. Diese Angaben sind wichtig, weil Virtual Box abhängig von ihnen die Konfiguration des virtuellen PCs anpasst.

Legen Sie nun bei „Speichergröße“ die Größe des virtuellen Arbeitsspeichers fest. Der Regler sollte nicht im roten Bereich stehen, sonst kann es zu Leistungsproblemen („Lag“) kommen. Beachten Sie außerdem, dass ein virtueller PC mit Windows 7 mindestens 1024 MByte RAM und einer mit Windows 8 sogar mindestens 2048 MByte RAM haben sollte.

Nachdem Sie den virtuellen Arbeitsspeicher konfiguriert haben, markieren Sie bei „Festplatte“ den Punkt „Festplatte erzeugen“. Dann erstellt das Programm eine neue virtuelle Festplatte für Ihren virtuellen PC. Klicken Sie danach auf „Erzeugen“ und legen Sie bei „Dateigröße“ fest, wie groß die virtuelle Festplatte maximal sein soll. Stellen Sie hier lieber einen höheren Wert ein, als Sie anfangs vermuten. Erfahrungsgemäß wird der Platz in einem virtuellen PC schnell knapp. Außerdem ist das nachträgliche Vergrößern der virtuellen Festplatte etwas umständlich.

Mit dieser Einstellung verbraucht die virtuelle Festplatte am wenigsten Platz.

Mit dieser Einstellung verbraucht die virtuelle Festplatte am wenigsten Platz.

Voreingestellt ist bei „Art der Speicherung“ der Punkt „dynamisch alloziert“. Das bedeutet, dass die virtuelle Festplatte zunächst nur den wirklich benötigten Platz auf der echten Festplatte belegt und dann langsam wächst. Das spart erheblich Speicherplatz, insbeosndere wenn man meinem Rat gefolgt ist, und eine etwas größere virtuelle Festplatte konfiguriert hat.

Zuletzt haben Sie noch die Möglichkeit, das Speicherformat für die virtuelle Festplatte bei „Dateityp der Festplatte“ zu ändern. Wenn Sie nur Virtual Box verwenden, dann lassen Sie die Vorauswahl am besten auf „VDI“. Die Abkürzung steht für Virtual Disk Image und ist das Speicherformat von Virtual Box.

Wenn Sie auch den Vmware Player einsetzen, dann können Sie „auch VMDK“ auswählen. Dann können Sie den virtuellen PC sowohl mit Virtual Box als auch mit dem Vmware Player öffnen. VMDK steht für Virtual Machine Disk und wurde von Vmware entwickelt. Wenn Sie neben Virtual Box auch Virtual PC von Microsoft nutzen, dann wählen Sie „VHD“ aus. Diese Abkürzung steht für Virtual Harddisk und wurde von Microsoft erdacht.

Sobald Sie alle Einstellungen getroffen haben, klicken Sie auf „Erzeugen“, um Ihren virtuellen Test-PC anzulegen. Er wartet nun nur noch auf sein Betriebssystem.

Windows installieren

Starten Sie Ihren virtuellen Test-PC. Ein spezieller Startassistent öffnet sich. Klicken Sie auf das gelbe Ordner-Symbol mit dem grünen Pfeil. Navigieren Sie in den Ordner mit der ISO-Datei des Betriebssystems, das Sie installieren wollen, und wählen sie sie aus. Klicken Sie auf „Öffnen“ und danach auf „Starten“.

Der virtuelle Test-PC bootet nun von der ISO-Datei. Folgen Sie dem Assistenten und installieren Sie Windows. Kleiner Tipp am Rande: Den Mauszeiger befreien Sie mit der rechten [Strg]-Taste aus dem Fenster. Wenn Sie der Anleitung in Schritt 2 gefolgt sind, dann haben Sie während des Setups die Möglichkeit, sich für eine Windows-Version zu entscheiden.

Wenn Sie Windows von der ISO-Datei installieren, bei der Sie die "ei.cfg" bearbeitet haben, dann haben Sie die Wahl, welches System Sie installieren wollen.

Wenn Sie Windows von der ISO-Datei installieren, bei der Sie die „ei.cfg“ bearbeitet haben, dann haben Sie die Wahl, welches System Sie installieren wollen.

Das war der dritte Teil der Serie über virtuelle Test-PCs. Im folgenden vierten Teil zeige ich, wie man den Testzeitraum des installierten Betriebssystems mit einem einfachen Trick um mehrere Monate verlängert.

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