Fehlerhafte Signaturen von Antiviren-Herstellern, diesmal von Panda Security

Die Virenscanner von Panda Security haben in den vergangenen Tagen über das automatische Update vom Hersteller fehlerhafte Signaturen erhalten, die bei manchen Nutzern harmlose Windows-Dateien in die Quarantäne verschoben haben sollen.

fehlerhafte Signaturen in Produkten von Panda Security

Antivirus-Produkte von Panda Security haben fehlerhafte Signaturen erhalten, die im schlimmsten Fall das Neustarten des PCs verhindert haben sollen. Bild: Panda Security

In Extremfällen soll das sogar dazu geführt haben, dass betroffene Rechner nach einem Neustart den Dienst verweigerten, berichtet Heise Security. Die Webseite empfiehlt Panda-Kunden eindringlich, ihre PCs derzeit nicht neu zu starten. Für die Nutzer – und den Hersteller – ist das ein totaler GAU.

Betroffen sind laut einem von Panda Security in der Knowledge Base veröffentlichten Artikel die folgenden Anwendungen:

Panda Cloud Office Protection
Panda Cloud Office Protection Advanced
Panda Antivirus Pro 2015
Panda Internet Security 2015
Panda Global Protection 2015
Panda Gold Protection

Was Sie unternehmen können

Das Unternehmen empfiehlt seinen Kunden, deren PC noch läuft oder sich noch normal starten lässt, folgende Schritte durchführen:

Zuerst ist ein Fenster der Windows-Eingabeaufforderung mit Admin-Rechten zu öffnen. Das geht über „Start, Alle Programme, Zubehör“. Dort klicken Sie mit der rechten Maustaste auf „Eingabeaufforderung“ und wählen als „Als Administrator öffnen“ aus.

Geben Sie dann nacheinander folgende Befehle ein:

sc stop psinprot
sc stop psinaflt
sc stop nanoservicemain

sc stop“ ist ein Windows-Befehl, um laufende Dienste zu beenden. In diesem Fall stoppen die drei Befehle die Dienste „psinprot“, „psinaflt“ und „nanoservicemain“ der Panda-Produkte auf dem PC.

Anschließend sollen die Anwender ein ZIP-Archin namens „ps-recovery.zip“ von den Panda-Servern herunterladen und in einen beliebigen Ordner auf der Festplatte auspacken. Das Archiv ist 22 MByte groß.

In dem ausgepackten Archiv findet sich unter anderem die Datei „ToolLauncher.bat“. Ein Doppelklick auf sie startet die Reparatur des Systems. Dabei kopiert das Tool die in die Quarantäne verschobenen Dateien zurück an ihren ursprünglichen Speicherort.

Sobald der Vorgang abgeschlossen ist, muss der PC neu gestartet werden. Er sollte nach Aussage von Panda Security jetzt wieder normal laufen. Ob man danach weiter den Produkten des Unternehmens vertrauen will, muss jeder Anwender für sich selbst entscheiden.

Wenn Windows den Start komplett verweigert

Für den Fall, dass Windows sich gar nicht mehr starten lässt, ist der PC im abgesicherten Modus zu starten. Dazu muss direkt nach dem Einschalten des Rechners solange immer wieder die Taste [F8] gedrückt werden, bis das Windows-Startmenü erscheint, das den Abgesicherten Modus als Start-Option anbietet. Danach sind dann die oben beschriebenen Schritte auszuführen.

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