Bessere Sicherheitsmeldungen mit polymorphen Fenstern

Forscher der Brigham Young University, der University of Pittsburgh und von Google haben etwas herausgefunden (PDF), was den meisten PC-Nutzern schon lange bekannt sein dürfte: Wenn Menschen immer wieder dieselben Sicherheitswarnungen zu sehen bekommen, dann setzt eine Form der Gewöhnung ein, die dazu führt, dass die Anwender die Meldungen irgendwann ignorieren und einfach nur noch wegklicken. Man nennt dies Habituation.

Habituation ist laut Wikipedia eine „einfache (und beim Menschen in der Regel nicht-bewusste) Form des Lernens. Habituation setzt ein, wenn ein Individuum wiederholt einem Reiz ausgesetzt ist, der sich als unbedeutend erweist. Die Reaktion auf diesen Reiz schwächt sich dann allmählich ab und unterbleibt schließlich womöglich völlig.“

Polymorphe Sicherheitswarnungen

Als Gegenmittel schlagen die Forscher „polymorphe“ Warnfenster vor, die sich immer wieder verändern und so eine Gewöhnung der PC-Nutzer verhindern. Ein paar Beispiele:

polymorphe Sicherheitswarnungen

Wenn die Hersteller ihre Sicherheitswarnungen interessanter gestalten, werden sie auch wieder wahrgenommen. Wobei die hier gezeigten Beispiel eher hässlich sind.

Oben links ist eine typische Sicherheitswarnung von Windows zu sehen. Die anderen enthalten Variationen, die nach Angaben der Forscher zu mehr Erfolg bei ihren Untersuchungen geführt haben. Gefordert sind nun also die Software-Hersteller, die ihre Meldungen überarbeiten und interessanter gestalten sollten, damit sie von den Nutzern wieder wahrgenommen werden.

Auf jeden Fall können wir PC-Anwender in Zukunft die Schuld von uns weisen, wenn wir wieder mal ein Warnfenster im Eifer des Gefechts weggeklickt haben und dann stattdessen auf diese Studie verweisen. Nicht wir sind schuld, gedankenlos oder unachtsam. Nein, das Wegklicken ist biologisch angelegt und nicht zu verhindern.

Zumindest solange die Hersteller nicht kreativer geworden sind.

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