Virtual Box 5.0 Beta 1 jetzt mit Paravirtualisierung und integrierter Verschlüsselung (aktualisiert)

Virtual Box 5.0 mit Paravirtualisierung

Die Beta 1 von Virtual Box 5.0 beherrscht Paravirtualisierung und kann virtuelle Festplatten verschlüsseln.

Oracle hat die erste öffentliche Beta-Version von Virtual Box 5.0 (Release 99371) veröffentlicht. Das Desktop-Virtualisierungsprogramm bringt einige interessante Neuerungen mit. So unterstützt Virtual Box jetzt Paravirtualisierung, das heißt, dass das virtuelle Gastsystem einen Teil der Hardware vom Wirtssystem übernimmt.

Bei einer normalen Virtualisierung hat der virtuelle Gast, der ja in einem Fenster auf dem Wirt läuft, eigene virtuelle Hardware, die in der Regel nichts mit dem Wirt zu tun hat. Der wichtigste Vorteil von Paravirtualisierung ist, dass das virtuelle Gastsystem damit performanter laufen kann. Allerdings muss es an die neuen Anforderungen angepasst werden, also etwa bestimmte Aufgaben an den Wirt weiterreichen. Laut Release Notes funktioniert Paravirtualisierung mit Virtual Box 5.0 sowohl unter Windows- als auch Linux-Gästen. Wie gut, muss man noch sehen.

Weitere neue Funktionen:

  • Drag & Drop: Virtual Box 5.0 unterstützt nun erstmals auch Drag & Drop, wenn im virtuellen PC Windows beziehungsweise Solaris läuft. Die 4.er-Versionen konnten dies zwar auch, aber nur bei Linux als Gastsystem.
  • VM-Verschlüsselung: Virtual Box 5.0 kann nun auch die komplette virtuelle Festplatte verschlüsseln. Bislang hat nur Vmware diese Funktion angeboten. Man konnte aber natürlich auch ein Programm wie Truecrypt oder Veracrypt verwenden, wenn man die virtuelle Festplatte verschlüsseln wollte. Nun ist die Funktion jedenfalls fest in Virtual Box integriert.
  • USB-3.0-Unterstützung: Virtuelle Maschinen können nun direkt auf USB-3.0-Hardware zugreifen, die an den Wirt angeschlossen ist. Bislang ging das nur mit USB 2.0.
  • Detach Mode: Eine virtuelle Maschine kann jetzt ohne geöffnetes Virtual-Box-Fenster im Hintergrund des Wirtssystems laufen. Dazu startet man die VM mit dem einem Kommandozeilenbefehl und schließt dann das Virtual-Box-Fenster. Mit demselben Befehl kann man das Fenster später dann wieder öffnen und auf die weiter laufende VM zugreifen.
  • Weitere Funktionen: Außerdem unterstützt Virtual Box 5.0 jetzt Version 6 der Network Driver Interface Specification (NDIS6) für Wide Area Networks, Hotplugging für SATA-Disks und hat eine neue Audioarchitektur.
GUI Virtual Box 5.0 Beta 1

Optisch hat sich an der Benutzeroberfläche von Virtual Box 5.0 wenig geändert.

Ein Teil der genannten Funktionen wie Verschlüsselung der virtuellen Festplatte und USB-3.0-Unterstützung steht allerdings wieder nur zur Verfügung, wenn das passende Extension Pack installiert ist. Oracle hofft anscheinend noch immer, dass sich Entwickler für das Extension-System von Virtual Box erwärmen und eigene Erweiterungen anbieten. Allzu viele gab es davon aber bislang noch nicht.

Update

Folgende Fehler/Bugs in Virtual Box 5.0 Beta 1 sind mir mittlerweile aufgefallen:

  • Beim ersten Booten eines frisch angelegten virtuellen PCs kam bei früheren Versionen immer ein Startup-Assistent, der unerfahrene Anwender bei der Wahl des Installationsmediums unterstützte. Dieser Assistent funktioniert in Beta 1 nicht mehr. Man kann aber natürlich über das „Ändern“-Menü problemlos ein Medium hinzufügen.
  • Beim Booten eines verschlüsselten PCs stoppt die VM nach der Eingabe des Passworts. Sie muss manuell wieder über „Maschine, Pause“ angeschoben werden, siehe „Anleitung zu Virtual Box 5.0 Beta 1: Virtuelle Festplatte verschlüsseln„.

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