Installation und Ersteinrichtung von CentOS 7.2 auf einem Banana Pi

centos-logoWer ein Linux aus der Red-Hat-Welt auf seinem Banana Pi installieren will, der rennt erst einmal gegen eine Wand. Die offiziellen Images für den Mini-Rechner auf der Lemaker-Webseite sind veraltet. So findet sich dort nur ein Fedora 20, das sich zwar problemlos installieren lässt. Ein Upgrade auf eine aktuellere Fedora-Version war (mir) damit aber nicht möglich.

Fedora bietet ebenfalls mehrere ARM-Images an, die aktueller sind, die sich aber auf meinem Banana Pi auch nach mehreren Versuchen nicht installieren ließen. Dementsprechend froh war ich, als ich über die erst vor kurzem veröffentlichte ARM-Version von CentOS gestolpert bin. CentOS ist ein freier und kostenloser Nachbau von Red Hat Enterprise Linux, also einer Distribution, die sich perfekt für einen kleinen Mini-Server eignet.

CentOS 7.2 auf dem Banana Pi installieren

Auf der offiziellen CentOS-Webseite finden sich drei Versionen von CentOS für ARM-Prozessoren: Einmal wie bereits erwähnt für den Banana Pi und dann auch für CubieTruck und für den Raspberry Pi 2. Alle liegen im .XZ-Format vor, das sich unter Windows zum Beispiel mit 7-Zip entpacken lässt.

Nach dem Entpacken habt ihr eine .IMG-Datei, die sich etwa mit dem kostenlosen Win32DiskImager auf eine SD-Karte installieren lässt. In dem Tool wählt ihr einfach die IMG-Datei aus, kontrolliert noch einmal, ob auch wirklich die SD-Karte als Ziel ausgewählt ist, und schreibt das Image dann mit „Write“ auf die SD-Karte.

Das Booten eures Mini-Rechners sollte anschließend problemlos funktionieren. Wartet ein paar Minuten und verbindet euch dann per Secure-Shell-Verbindung (SSH) mit dem System. Der Befehl dazu lautet

ssh root@bananapi

Beim ersten Mal müsst ihr das Zertifikat mit yes bestätigen. Anschließend gebt ihr das root-Passwort ein. Es lautet

centos

Ersteinrichtung eures Banana-Pi-Servers

  1. root-Passwort: Als ersten Schritt auf euerm neuen Mini-Server empfehle ich, das root-Passwort zu ändern. Dazu gebt ihr den Befehl passwd ein.
  2. Festplatte erweitern: Die meisten von euch verwenden wahrscheinlich eine SD-Karte für ihren Banana Pi, die größer als 4 GByte ist. Das auf die Karte geschriebene Image ist aber nur 4 GByte groß. Der Rest des Speichers steht dem System deswegen zunächst nicht zur Verfügung.

    Damit euer CentOS-Server auch wirklich die gesamte Karte nutzen kann, könnt ihr entweder die Karte wieder herausnehmen und auf einem anderen System zum Beispiel Gparted verwenden, oder ihr gebt die folgenden beiden Kommandos ein:

    touch /.rootfs-repartition
    systemctl reboot

    Nach dem zweiten Befehl startet der Winzling neu.

  3. System aktualisieren: Nach den beiden oberen Schritten empfehle ich noch ein Update. Das führt ihr, wie üblich, mit yum update aus.

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