Installation und Ersteinrichtung von CentOS 7.2 auf einem Banana Pi

centos-logoWer ein Linux aus der Red-Hat-Welt auf seinem Banana Pi installieren will, der rennt erst einmal gegen eine Wand. Die offiziellen Images für den Mini-Rechner auf der Lemaker-Webseite sind veraltet. So findet sich dort nur ein Fedora 20, das sich zwar problemlos installieren lässt. Ein Upgrade auf eine aktuellere Fedora-Version war (mir) damit aber nicht möglich.

Fedora bietet ebenfalls mehrere ARM-Images an, die aktueller sind, die sich aber auf meinem Banana Pi auch nach mehreren Versuchen nicht installieren ließen. Dementsprechend froh war ich, als ich über die erst vor kurzem veröffentlichte ARM-Version von CentOS gestolpert bin. CentOS ist ein freier und kostenloser Nachbau von Red Hat Enterprise Linux, also einer Distribution, die sich perfekt für einen kleinen Mini-Server eignet. Read More …

Sind Mac OS und Linux wirklich unsicherer als Windows?

Bild: GFI Software

Bild: GFI Software

Wie aussagekräftig ist die reine Zahl an gefundenen und bekannt gewordenen Sicherheitslücken in einem Betriebssystem? Nicht besonders würde ich sagen. Wie Michael Kranawetter im Technet-Blog von Microsoft berichtet, wurden im vergangenen Jahr sowohl in Mac OS als auch in Linux mehr Sicherheitslücken entdeckt als in Windows. Aber sind die Systeme damit per se unsicherer?

Kranawetter schreibt:

Auffällig dabei ist, wie groß der Anteil der betroffenen Anwendungen inzwischen ist. Diese Entwicklung bestätigt, dass die in Betriebssystemen seit einigen Jahren integrierten Sicherungsmechanismen Wirkung zeigen und sich Angreifer somit auf die teilweise nicht ganz so gut geschützten Applikationen konzentrieren.

Wichtig sind auch die Methoden, die die Hersteller anbieten, um Sicherheitslücken zu schließen und wie schnell sie reagieren. Hier hapert es noch sehr oft. Ein Windows-System auf dem aktuellsten Stand zu halten, ist umständlich und zeitaufwändig und wird deswegen oft vernachlässigt.

Wie viel moderner Linux beim Patchen von Betriebssystem und installierten Anwendungen ist, habe ich vor kurzem bereits beschrieben. Microsoft könnte sich davon ruhig eine Scheibe abschneiden.

Linux 4.0: Patchen ohne neu Booten zu müssen

Updates installieren und dann neu starten.

Updates installieren und dann neu starten, aber nicht bei Linux.

Nach jedem noch so kleinen Update muss Windows neu gestartet werden. Auch die Aktualisierung der installierten Windows-Programme ist aufwändig. Jede einzelne Anwendung muss separat gepatcht werden. Zwar gibt es nützliche Tools wie den Secunia Software Inspector oder Sumo, sie bleiben aber Flickwerk.

Wie viel weiter ist da Linux. Oft reicht ein simpler Befehl wie zum Beispiel yum update unter Fedora, um sowohl das Betriebssystem als auch die installierte Software in einem Schwung auf den aktuellsten Stand zu bringen. Schon jetzt ist dazu anschließend meist kein Neustart des Systems nötig.

Mit Linux 4.0 soll das Rebooten noch seltener werden. Suse und Red Hat haben ihre Lösungen kpatch und Kgraft in den Linux-Kernel 4.0 integriert, von dem vor kurzem der erste Release Candidate RC1 veröffentlicht wurde.

Warum Dan Gillmor auf Linux umgestiegen ist

Bild: Sebastian Pipping

Bild: Sebastian Pipping

Der amerikanische IT-Journalist Dan Gillmor hat einen lesenswerten Artikel veröffentlicht, in dem er detailliert beschreibt, warum er auf Freie Software umgestiegen ist. Seine wichtigsten Gründe für den Systemwechsel:

Control is moving back to the center, where powerful companies and governments are creating choke points. They are using those choke points to destroy our privacy, limit our freedom of expression, and lock down culture and commerce. Too often, we give them our permission—trading liberty for convenience—but a lot of this is being done without our knowledge, much less permission.

Statt Software von Microsoft, Apple oder Google setzt er nun schon seit ein paar Jahren Linux und Open-Source-Programme ein – mit Erfolg. Bis auf einige wenige Ausnahmen kann er fast seine gesamte Arbeit mit Freier Software erledigen. Aber er ist trotzdem Realist geblieben:

But I’ve given up the idea that free software and open hardware will become the norm for consumers anytime soon, if ever—even though free and open-source software is at the heart of the Internet’s back end.

Gillmor beendet seinen Artikel mit einem Appell:

Meanwhile, I’ll keep encouraging as many people as possible to find ways to take control for themselves. Liberty takes some work, but it’s worth the effort. I hope you’ll consider embarking on this journey with me.